Mythos "Rose"

 
Die Rose von Dilsberg - "... oft wird bei der Dilsberger Ortsverwaltung angefragt, ... wann denn wieder Aufführung der 'Rose' sei? ..." Was mag es wohl sein, das die Spiele in Dilsberg mit solchem Zauber umgibt? Welch magisches Etwas umwebt diese alte Sage aus dem Neckartal und das von Bruno Hermann Hottenroth zu einem packendem Ritterspiel verarbeitete Stück? Ist es die Umgebung, deren Schönheit dazu beiträgt? Oder ist es die ausgesprochen romantische Burganlage, womöglich das alles noch in einer lauen Johannisnacht?


Vielleicht ist der Grund das Erstaunen über die intensive Zusammenarbeit und die Begeisterung der vielen Mitwirkenden, der Zusammenhalt der Ortsbewohner, was die Menschen bei den "Rose"-Aufführungen so beeindruckt?

Tatsache ist, dass den Dilsbergern bei ihren Volksspielen der Erfolg stets Pate stand. Das allein spricht für sich. Obwohl die literarische Qualität des Stoffes höchsten Ansprüchen nicht gerecht wird, kann man den Spielen dennoch nicht einen bezaubernden Reiz absprechen.

Der Dichter des Stückes? Auch das ist inzwischen Geschichte. Sein Leben war ein einziges Abenteuer. Bittere Armut überschattete sein Dasein. Ständig wechselte künstlerischer Erfolg mit privatem Ruin.

Wen interessiert's? Dennoch, Hottenroths Werdegang als Künstler wäre einer Untersuchung wert. Vermutlich wird kein Theaterlexikon je den Namen dieses exzentrischen, romantisch veranlagten Dichters vermerken. Uns Dilsbergern jedoch ist er mit dem Volksspiel "Die Rose von Dilsberg" zu einem - inzwischen - treuen Heimatfreund geworden ...
 
Frans Hermans