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„Weib bleibt Weib,

man kann sich auf nichts verlassen!“
 
Dilsberger Burgbühne im Probenendspurt für Freilichtaufführungen
 
3. Juni 2007

Faszinierende Dialoge über Frauen, Nebenbuhler, Tugend und Liebe ließen die Besucher, von der Mantelmauer der romantischen Dilsberger Burganlage, neugierige Blicke in das unterhalb gelegene Areal werfen. Was war da unten los? Kein Drama, nein eine Komödie spielte sich hier ab. Die Dilsberger Burgbühne steht in den Startlöchern für die diesjährige Freilichtsaison und zur Feinabstimmung fand eine erste Probe am Aufführungsort statt.
 
Probe01 Probe02
Für diese Saison hat sich Regisseur Alfons Duczek mit seinem Schauspielensemble, „Die Schule der Frauen“ – eine Komödie frei nach Moliére ausgewählt. Moliére liebte es, sich mit den lächerlichen Zügen der Menschen zu befassen und diese im Theater auf lustige Art darzubieten, dass es den Zuschauern einsichtig ist.
 
Probe04 Probe03 Probe05
Dies war für Duczek die Grundlage zur Bearbeitung des Stückes, denn auch in der heutigen Gesellschaft sind viele falsche Vorstellungen von weiblicher Bildung und Erziehung noch lange nicht ausgerottet. Moliéres Reime wurden in zeitgemäße Prosa übertragen, Teile des Textes verändert sowie personelle und musikalische Elemente hinzugefügt.
 
Probe06 Probe07 Probe08
Mit seinem phänomenalen Gespür fürs Detail, kitzelt der Regisseur immer noch letzte Feinheiten bezüglich Mimik, Gestik und Artikulation aus den Laiendarstellern heraus. „Jetzt geh ran, kuck ihn dir an!“, lautete seine Anweisung, die er mit Vorstellungsbildern konkretisierte. „Das hat etwas mit innerer Anspannung zu tun, dein inneres Auge sieht bereits, was du heute Nacht vor hast.“ Die Umsetzung klappte schon im zweiten Anlauf und Duczek war mit der Szene zufrieden – wieder ein Schritt weiter.
 
Probe09 Probe11
Das neue Stück spielt 1640 in der Hochzeit des Absolutismus, als der Geldadel entstand. Die Bühnenkulisse wird dieses Mal eher spärlich sein, da die Aktion und vor allem die Charaktere der jeweiligen Personen im Vordergrund stehen. Die neue Lichtanlage der Burgbühne wird für spezielle Effekte sorgen und die Spielszenen vor dem Gartenhäuschen des Herrn Arnold ins rechte Licht rücken. Die Textpassagen der Diener wurden bewusst im Dialekt geschrieben, dadurch entsteht eine Färbung die man in Schriftsprache nicht ausdrücken kann.
 
Probe10 Probe12 Probe13
Durch eine möglichst detaillierte Charakterzeichnung der Personen, versuchte Moliére hinter den zeitbedingten Schwächen und Lastern die allgemeinmenschlichen Fehler sichtbar zu machen. Bis auf den heutigen Tag erfreuen sich seine Stücke, wegen ihrer überzeugenden, durch das Wort bestimmten Komik, einer ungebrochenen Theaterwirksamkeit. Duczek ergänzt das Ganze in seiner Bearbeitung mit erfrischenden Textpassagen aus heutiger Zeit.
 
Man darf also gespannt sein, wie die Dilsberger Burgbühne diese zeitlose Thematik mit frischem Esprit umsetzten wird.
 
Text: boe
Bilder: bz