Plakat 2004 Sommernachtstraum

Burgbühne Dilsberg & Kleine Bühne Neckargemünd präsentieren:
 
Ein Sommernachtstraum
Saison 2014



Entstanden ca. 1595/96
Deutsche Uraufführung: 1843 Königliches Schauspielhaus, Berlin
 

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Shakespeare, William (1564-1616)
Den "Sommernachtstraum" schrieb Shakespeare wahrscheinlich als Festspiel zur Hochzeitsfeier eines fürstlichen Paares. In diesem romantischen Drama von Liebe und Verwechslung wird die Handlung ausgelöst durch den eifersüchtigen Oberon, den König der Elfen. Er möchte von Titania, der Elfenkönigin, den indischen Fürstensohn zum Edelknaben haben. Ihre Weigerung rächt Oberon durch einen Zaubersaft, den er der Schlafenden in die Augen träufelt. Jedoch nicht nur bei ihr, sondern auch bei zwei Menschenpaaren gibt das gleiche Mittel zu Verwirrungen Anlass.
Das unglückliche Stelldichein von Pyramis und Thisbe, als Zwischenspiel von den Rüpeln aufgeführt, ist eine Parodie auf das zur gleichen Zeit entstandene Drama "Romeo und Julia". Aber genau so mithandelnd wie die auftretenden Personen selbst ist im "Sommernachtstraum" die Natur.

 
Theseus, Herzog von Athen, und Hippolyta, Königin der Amazonen, bereiten ihre Hochzeit vor. In vier Tagen soll die Stadt in Festlichkeit erstrahlen. Doch zuvor muss der Herrscher über das Schicksal Hermias entscheiden. Sie weigert sich, den von ihrer Mutter Egea gewählten Demetrius zu heiraten, da sie Lysander liebt. Theseus macht Hermia klar, dass sie entweder Demetrius heiraten, Nonne werden oder sterben muss. Verzweifelt beschließen Hermia und Lysander sich in der Nacht im Wald zu treffen und zu fliehen. Sie erzählen Helena, die in Demetrius verliebt ist, von ihrer Flucht. Helena erzählt es Demetrius, der ebenfalls in Hermia verliebt ist, in der Hoffnung, dass er ihr mehr Beachtung schenkt. Eifersüchtig folgt Demetrius den Beiden und aus Liebe zu ihm hastet Helena ihm nach.

 
Für die große Hochzeitsfeier sind die Handwerker der Stadt aufgefordert ein Theaterstück einzustudieren. Sie treffen sich in der Nacht im Wald, um zu proben, denn in der Stadt könnten sie gesehen werden.
 
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Im Wald herrschen in der Nacht Elfenkönig Oberon mit seinem Begleiter Puck und seine Frau Titania mit ihren Elfen. Die beiden haben sich wegen eines Inderknaben zerstritten. Als sie sich im Wald treffen, fliegen die Fetzen. Nachdem Titania gegangen ist, heckt Oberon folgenden Plan aus: Er will Titania im Schlaf die Augen mit dem Saft einer Blume beträufeln, die von einem Pfeil Amors getroffen wurde. Wenn Titania erwacht, wird sie sich dadurch in das erste Wesen verlieben, dass sie sieht. Er will sie erst von diesem Bann befreien, wenn sie ihm den Inderknaben übergeben hat.

  
Während er wartet kommt Demetrius verfolgt von Helena vorbei. Oberon beschließt Helena zu helfen. Als Puck mit der Blume zurückkommt, beauftragt er ihn, dem Städter die Augen mit dem Saft zu beträufeln, damit dieser sich in Helena verliebt. Er selbst geht zu Titania und benetzt ihr die Augen. Puck durchsucht den Wald und findet Hermia und Lysander schlafend vor. Er tropft der Saft auf Lysanders Augen.
  
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Leider stolpert Helena über Lysander. Der wacht auf, sieht sie und ist sofort verliebt. Puck trifft derweil die Handwerker, die auf der Lichtung proben. Er hext Zettel einen Eselskopf an. Die Handwerker fliehen entsetzt. Zettel glaubt, die Anderen wollen ihm einen Streich spielen und singt, um zu beweisen, dass er keine Angst hat. Davon erwacht Titania, sieht Zettel und verliebt sich in ihn.

Puck eilt zu Oberon, um ihm von Titanias neuer Liebe zu erzählen. Oberon ist begeistert. Kurz darauf kommt Helena, verfolgt von Lysander vorbei. Oberon erkennt, dass Puck den Falschen erwischt hat. Er schickt Puck, Helena herzulocken und beträufelt Demetrius' Augen mit dem Saft der Blume. Hermia findet Lysander und versteht die Welt nicht mehr, als er ihr erklärt, dass er Helena liebt. Demetrius und Lysander beschimpfen sich und wollen kämpfen. Oberon befiehlt Puck, die beiden Kämpfer voneinander wegzulocken. Puck legt los und verhindert den Kampf. Die Städter legen sich erschöpft zu Schlafen hin.

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Oberon befreit Lysander von dem Liebeswahn. Dann bittet er Titania um das indische Kind, das sie ihm gibt. Danach befreit er auch Titania von dem Zauber. Puck nimmt dem schlafenden Zettel den Eselskopf wieder ab.


Als am nächsten Morgen die Athener erwachen erscheint ihnen alles wie ein Traum. Auch Zettel erwacht, ist verwirrt, wo die Anderen sind und kehrt heim. In Athen erweitert Theseus seine Hochzeit mit den Wiedergekehrten zur Dreifachhochzeit. Die Handwerker haben in köstlichen Szenen ihren großen Auftritt.
 
Siehe auch Berichte: Ein Sommernachtstraum - Vorbereitungen -  Die Helfer Premiere  - Abschluss
 
 
Hauptdarsteller
 Theseus Hippolyta  Egea   Waldschrat  
 Theseus
Herbert Heiligers
 
 Lady Eleonore
Andrea Pietzonna
 
Egea
Uschi Heiligers
 
 Puck
Wolfgang Zach
 
 
 Demetrius2 Hermia  Lysander   Helena  
 Demetrius
Markus Winter
 
 Hermia
Sarah Daucher
 
 Lysander
Daniel Rüger
 
 Helena
Svenja Bayer
 
 Philostrat  Titania Oberon     
 Philostrat
Valeska Ringho
 
 Titania
Solveig Mitsch
 
Oberon
Karsten Meyer
  
 
  
 
Erbsenbluete Senfsamen Spinnweb Motte  
Erbsenblüte
Karina Kopp
 
Senfsamen
Sabrina Ohlhauser
 
Spinnweb
Stefanie Streib
 
Motte
Daniela Rittlinger
 
 
 Zettel Squenz   Schnock Maler   
 Zettel
Rudi Reimitz
 
 Squenz
Jürgen Hornung
 
 Schnock
Hansjörg Kopp
 
 Schlucker
Waltraut Wagner
 
 
 Mauer  Flaut      
 Schnauz
Gerhard Schilling
 
Flaut
 Matthias Layer
     
Elfen Kobolde  
Die Elfen Die Kobolde  
Sarah & Miriam Meyer, Mawuena & Maria Dikpor, Clemens & Mathias Hornung, Jana Zach,
Lisa Leible, Mareike Scheffzyk, Simon Winter, Vera & Sophia Ohlhauser, Dorothee Strobel.
 
         
Regie        
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Regie
Rudi Reimitz
 
Regie
Petra Lehr
Souffleuse
Brinja Sefrin-Hornung
   
 
Premiere "Sommernachtstraum" von Kerstin Hahn
auf dem Dilsberg am 25.06.2004 
 
Trotz dunkler Wolken und ein paar Regentropfen wallt der Nebel  durchs alte Gemäuer, Elfen und Kobolde springen im Wald umher, derweil König und Königin sich in den Haaren liegen - das alles mitten in der Burg Dilsberg, in sommernachtstraumhafter Atmosphäre. Im lauschigen Burghof ging Freitagabend die Premiere von Shakespeares „Sommernachtstraum“ eine Gemeinschaftsarbeit der Kleinen Bühne Neckargemünd und der Burgbühne Dilsberg unter der Regie von Rudi Reimitz und Petra Lehr über die Bühne. Am Ende vom Publikum begeistert beklatscht. Welch ein Aufwand für ein kleines freies Theater, Shakespeares ausladende, figurenreiche Komödie ansprechend auf die Bühne zu bringen. 21 Rollen galt es in dieser Inszenierung von Carsten Ramm zu besetzen. Von Bühnenbild, Kostümen, von Maske, Beleuchtung und Musik gar nicht zu reden. Allenfalls ahnen lässt sich, wie viele hilfreiche Hände hinter den Kulissen mitgewirkt haben mögen. Grenzenlose Theaterbegeisterung jedenfalls teilt sich von dieser engagierten Schar junger Akteure mit. Mit Lachsalven und Sonderapplaus belohnen die Zuschauer diese Stück. 
 
Phantasievolle Kostüme, dampfend-leuchtende Waldkulisse, die den Zauber des Elfenwaldes gestaltet. Hier begegnen sich die drei Welten, der Akropolis Athens mit Theseus und Hippolyta, mit zwei glücklich/unglücklich verliebten Paaren; eine Bande roher Handwerker, die sich in der hohen Bühnenkunst versucht, schließlich Elfenkönig Oberon (Karsten Meyer) im Ehezwist mit seiner holden Titania (Solveig Mitsch).
 

Liebe und immer wieder Liebe ist das Thema der Shakespeare-Komödie. Helena (Svenja Bayer), die Demetrius (Markus Winter) mit ihrer Liebe verfolgt, Demetrius, der Hermia (Sarah Daucher) liebt und Hermia, die nur Lysander (Daniel Rüger) haben will, erwachen aus diesem Alptraum. Von den Darstellern überzeugend gespielt.

Höhepunkt des Komischen ist das Spiel im Spiel: die Aufführung der Handwerkerburschen vor dem Herzog - eine einzige köstliche Lachnummer. Die ganze Vergeblichkeit des Bemühens, hier wird sie zum genialen Scheitern. Dazu im Ziegelhäuser Platt - das Publikum klatschte lebhaft Szenenapplaus.
 
Kaum einen Einzelnen mag man hervorheben aus dem bühnenbegeisterten Ensemble und doch sind sie erwähnenswert: Rudi Reimitz als Weber Zettel (Pyramus) mit seinem erfrischend komischen Talent. Wolfgang Zach, meisterlich geschminkt, als spielfreudiger, hintergründiger Puck der gerne mit der talentierten Daniela Rittlinger in der Rolle der Motte posiert, Jürgen Hornung als stets regieführender Zimmermann Squenz, Herbert Heiligers als erhabener Theseus, Karsten Meyer als grimmiger Oberon , Matthias Layer als  Flaut (Thisbe) der im Ziegelhäuser Dialekt glänzte, Hansjörg Kopp als löwenbrüllender Schnock, Gerhard Schilling (Schnauz) als lebendige Wand, Waltraud Wagner (Mond)als immer schluckender Schlucker, Solveig Mitsch als souveräne Elfenkönigin, Andrea Pietzonna  als Hippolyta, Uschi Heiligers als Egea, Valeska Ringhof als Philostrat und alle Kinder die die Elfen und Kobolde gespielt haben.