DIE DREI MUSKETIERE
   Einer für alle, alle für einen!

  Burgbühne Dilsberg e.V. - Theatersaison 2019
Regie & Bearbeitung: Tanja Emmerich
Co-Regie: Manuela Büch
    
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In der Stadt herrscht ein reges Treiben, die Menschen sind unterwegs und gehen ihrer Arbeit nach. Paris, eine Stadt voller Geheimnisse. Die Liebe liegt in der Luft, aber auch Intrigen und Verrat. Paris 1627 - ein Pulverfass das jederzeit zu explodieren droht.
    
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Überall trifft man auf die Wachen des Kardinals, die sich teilweise recht rüpelhaft benehmen, nur um aufzufallen. Als einer der Wachen eine Dame bestiehlt und sie derb anmacht, eilt ihr ein Gardist der Musketiere zu Hilfe.
  
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Es kommt zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, doch bevor es zum Kampf kommt schreitet der Leiter der Garde der Musketiere, Hauptmann Treville, ein: „Was ist hier los? Schluss, sage ich!“ Er trennt die beiden Streithähne und lässt sich den Anlass für die Erregung berichten.
   
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Er und seine Männer dienen treu dem König und so kann er es kaum glauben als sich Hauptmann Jussac von der Kardinalswache einmischt und verkündet: „Das Korps der Musketiere wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst!“ Eine Anordnung von Kardinal Richelieu, dessen Garde die Musketiere zugeteilt werden sollen. Das ist für Treville keine Option: „Männer, es war mir eine Ehre mit euch gekämpft zu haben. Jetzt ist es Zeit eine Seite zu wählen, die Entscheidung kann ich euch nicht abnehmen, aber ich werde kämpfen bis zum Ende für König und Frankreich!“
   
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Es beginnt ein dramatischer Kampf auf Leben und Tod, doch für Treville steht fest: „Lieber sterbe ich, als mich euch zu unterwerfen!“ Seine Männer sehen das genauso und wählen ebenfalls den Degen. Das Volk von Paris verfolgt mit bangen Blicken aus sicherer Entfernung das Geschehen.
    
Was für ein fulminanter Einstieg! Die Zuschauer waren von den Degengefechten restlos begeistert und verfolgten gebannt die faszinierenden Szenen.
   
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Zwei Musketiere knien mit dem Degen am Hals als Gefangene auf dem Boden. Hauptmann Treville kämpft tapfer, doch unbemerkt taucht Rochefort auf, die rechte Hand des Königs, und rammt Treville hinterhältig ein Messer in den Rücken.
   
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"Es liegt an euch …“, bietet er den beiden Gefangenen einen Übertritt an und vernimmt ein standhaftes: „Eher sterbe ich!“ Rochefort nickt und seine Gardisten töten die Beiden.
 Ein Raunen ging durch die Zuschauer als die getöteten Musketiere die Treppenstufen herunterstürzten. Souveräne Stunts, die äußerst realistisch wirkten. Auch das Lied faszinierte das Publikum, denn es wurde live gesungen.
    
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Das Volk ist entsetzt und trauert um die Toten mit einem bewegenden Lied.
   
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Zunächst ist nur die Solostimme von Fleur zu hören, dann stimmen Élodie und Jeanne mit ein, die durch den Mittelgang langsam die Bühne betreten und um die Toten trauern. Einer der Musketiere scheint nur bewusstlos zu sein. „Er war noch nie der beste Kämpfer! Können wir nicht ohne ihn anfangen?“, wirft Jeanne in die Runde.
   
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Aber Henry gehört dazu und die beiden anderen versuchen ihn zu wecken. Pragmatisch, wie Jeanne nun einmal ist, holt sie ihn mit einem kräftigen Schuss aus dem Wasserkübel zurück ins Geschehen. „Ihr verrückten Weibsbilder, habt ihr mich vermisst?“
   
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Wie es weitergeht, das weiß Geschichtenerzähler Henry - Kämpfer, Ehemann, gelegentlich Diener, Gaukler, Herzensbrecher, Tänzer, Narr, Liebling von Groß und Klein zusammen mit seinen drei charmanten Mädels. Mit viel Esprit führen die vier durch eine Geschichte voller Liebe und Hass, voller Mut, Intrigen und Duelle. Sie nehmen das Publikum mit auf eine Reise und erklären unterhaltsam Hintergründe und Zusammenhänge.
   
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Es gibt nur eine Hand voll Männer die in der Lage sind dem Ganzen Einhalt zu gebieten und von den Ladies vorgestellt werden: Aramis - ein ehemaliger Schüler des Kardinals, der schnell merkt, dass ihm mehr am Kampf und schönen Frauen liegt. Porthos - der nach seinem Eintritt in die Armee auf Athos traf, ihm liegen Wein und Frauen, was des Öfteren zu Schwierigkeiten führt.
   
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Athos - ein junger Graf der mit dem Adel brach, da sein Herz von einer Frau gebrochen wurde. In der Armee lernte er Porthos kennen, mit dem er nach Paris beordert wurde und fortan für König und Frankreich dient. Jeder für sich ist stark, doch gemeinsam sind sie unschlagbar.
Ein Attribut, das auch auf die drei Darsteller zutraf, die in ihrer Rolle aufgingen und das Publikum mit ihrem Spiel und ihrer Fechtkunst verzauberten.
   
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Am Rande von Paris erfahren die drei vom Tod Hauptmann Trevilles und ihrer Kollegen sowie den Gerüchten, dass das Musketierkorps aufgelöst worden sein soll. Da taucht Rochefort auf und bestätigt die Auflösung, jedes Musketier soll der Kardinalswache zugeteilt werden. „Das kann doch nicht der Wille des Königs sein!“, regen sich die Musketiere auf.
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„Hat jemand einen guten Plan, wie wir diesen Herren das Maul stopfen?“ Auf die Frage von Porthos gibt es nur eine Antwort für seine Freunde, der Degen wird gezückt und Rochefort samt seiner Männer in die Flucht geschlagen - zunächst jedenfalls!
  
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Zur selben Zeit irgendwo in der Gascogne, hier zeigt der junge D´Artagnan seinem Vater was er alles von ihm gelernt hat. Es sieht so aus als ob er den Kampf gewinnt, da zieht sein Vater einen Dolch und zeigt ihm den Trick eines alten Freundes, denn nicht jeder kämpfe so fair wie er. „Ich denke du bist bereit, von mir kannst du nichts mehr lernen.“
   
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Er überreicht dem Sohn seinen Degen, einen Beutel mit ein paar Louisdore und auf Mutters Wunsch das Pferd „Pomme de Terre“. Dann heißt es Abschied zu nehmen, es ist Zeit für den Weg nach Paris, um ein Musketier zu werden, deren stärkste Waffe ihr Herz ist.
  
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Henry und seine Mädels leiten zur nächsten Szene über, ein Wirtshaus außerhalb von Paris und Henry schlüpft in die Rolle des Francois. Auf dem Heimweg nach einer Zechtour trinkt er sich - ermutigt von Luc - Mut an, um seiner Alten mal zu zeigen, wer zu Hause die Hosen an hat. Doch kaum taucht seine Giselle auf, sind alle guten Vorsätze beim Teufel, der Alten kann man einfach nichts Recht machen.
Der arme Francois und seine herrische Giselle, eine köstliche Szene, die das Publikum jedes Mal aufs Neue amüsierte.
   
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Da taucht eine mysteriöse Lady auf und legt in dem Wirtshaus eine Rast ein: „Frankreich, wie habe ich es vermisst, verjagt und verbannt aus meinem Land, doch nun sind die Jahre des Leidens vorbei. Paris ich komme, Lady de Winter ist zurück!“ Und kein geringerer als Rochefort trifft sich hier mit der Lady. Die Intrige nimmt ihren Lauf, denn der beste Mann des Kardinals hat den Auftrag, die intriganteste und schönste Spionin unauffällig nach Paris zu begleiten.
 
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Während sie ihr Gepäck holt, lässt sich die Kardinalswache im Wirtshaus zu einem zünftigen Gelage nieder. Just in diesem Moment trifft D´Artagnan ein, bittet den Wirt um Wasser und Hafer für sein Pferd und einen Cidre für sich. Rochefort amüsiert sich: „Das nennt er Pferd, diesen Ackergaul? Wobei der ihn reitet ist wohl auch einer!“ D´Artagnan wagt zu widersprechen und besteht auf einer Entschuldigung.
  
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Rochefort zielt mit der Pistole auf den Jungen, doch die Waffe ist verstellt, weshalb er überlebt, was Rochefort erzürnt. Seine Männer gehen nicht zimperlich mit D´Artagnan um.
   
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Doch gerade rechtzeitig bevor der Degen seinem Leben ein Ende bereitet, ist Lady de Winter zur Stelle: „Nein Rochefort, verschont ihn! Er ist zu hübsch, um so zu enden.“ „Wie ihr wünscht, Mylady!“ D´Artagnan kommt mit einem blauen Auge davon, doch Rochefort prophezeit ihm: „Heute hast du nochmal Glück gehabt Bauern-trampel, aber wir sehen uns wieder.“  
Von diesem Zwischenfall lässt sich D´Artagnan keineswegs entmutigen, unerschrocken stellt er fest: „Den ersten Tag auf meiner Reise und gleich in Schwierigkeiten. Mein Vater wäre stolz auf mich.“
  
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Im Palast ruft unterdessen die Arbeit für die äußerst adretten Dienstmädchen, die gekonnt ihrem Tageswerk nachgehen und allerhand Staub aufwirbeln. Sie haben ihre Augen und Ohren überall und Gerüchte machen hinter vorgehaltener Hand schnell die Runde. Diese Eigenschaft macht sich der gerissene Kardinal zu Hilfe, dem die Dienstmädchen alle Vorgänge im Schloss wie Vögelchen zu zwitschern.
Kostümbildnerin Uschi Ess hatte gezaubert und für die Mädels eine tolle Dienstkleidung entworfen. Ihnen bei der Arbeit zuzuschauen war die reinste Augenweide und gekonnt verzauberten die Darsteller mit ihrem Charme das Publikum.
  
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Im Schloss lässt sich Kardinal Richelieu porträtieren, doch ein Blick auf das halbfertige Werk erregt seinen Unmut und bedeutet für den Künstler: „Ab, in die Bastille!“ Erfreuliche Nachrichten bringt hingegen Rochefort, der das Eintreffen von Lady de Winter ankündigt.
  
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Sie überbringt ihm interessante Neuigkeiten, man sagt Lord Buckingham sei auf dem Weg nach Paris. „Ihr seid eine kluge und zugleich gerissene Frau. Ihr seid mir noch etwas schuldig, ich habe euch nicht umsonst vom Schafott holen lassen.“ Dafür ist ihm die Lady auch dankbar. 
Die Rolle der Lady de Winter fasziniert Sophia Ohlhauser seit ihrer Kindheit und sie verkörpert die Lady mit all ihren Facetten in Perfektion. Eine Paraderolle mit der sie erneut zu überzeugen wusste. Und Matthias Dreschert trieb als machthungriger und intriganter Kardinal gekonnt sein Spiel.
   
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Als das Eintreffen des Königs angekündigt wird, ist es für die Lady Zeit zu gehen. Die königlichen Diener bekunden seine Verärgerung über den Kardinal. Grund dafür ist die Auflösung des Korps der Musketiere. Dieser gibt sich betrübt: „Aber ich dachte es war euer Wunsch, Majestät.“ Doch es war der falsche Zeitpunkt, denn Frankreich steht kurz vor einem Krieg und der König wollte seine Entscheidung erklären: „Es sind nicht nur meine Wachen, sondern auch meine Freunde.“ Da verkünden die Diener: „Ein wunderschöner Stern am Firmament durchzieht diesen sonnigen Morgen. Macht Platz für eure Königin Anna von Frankreich.“
    
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Aufmerksam bemerkt sie die Verstimmtheit des Königs und fragt nach dem Anlass. Schnell wiegelt der Kardinal ab, spricht von einer Kleinigkeit, es sei nichts von Belang. Deshalb bittet sie ihren Gemahl um seine Begleitung in den Garten, doch zu ihrem Bedauern hat er Dringendes zu erledigen und lehnt ab. Ganz im Gegensatz zum Kardinal der ihr seine Gesellschaft anbietet. Mit einem schnippischen „Gott bewahre!“, lehnt die Königin sein Angebot ab und zieht mit ihrer Zofe Constance - die für den Kardinal ebenfalls nur einen verächtlichen Blick übrig hat - davon. Woraus dieser zähneknirschend erwidert: „Ihr werdet noch sehen, was ihr davon habt!“
   
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Die Stadt erwacht trunken von der letzten Nacht. Ein Schleier voller Geheimnisse liegt über ihr. Einerseits gibt es Schmutz und Dreck in den Gassen, Krankheit, Leid, Nöte und andererseits ist es die Stadt der Poesie, Dichter, Denker, Künstler und Liebe liegt in der Luft. 
 
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Auf dem Marktplatz von Paris beginnt ein emsiges Treiben, die Händler bieten ihre Waren feil, Geschäfte werden erledigt, man trifft sich und plaudert. Hier trifft D´Artagnan auf Constance, die sich nach dem Namen seines hübschen Pferdes erkundigt. Stolz stellt er „Pomme de Terre“ vor, in dem ein Zehntel Vollblut steckt, weshalb er so feurig sei. Verzaubert fragt er sie: „Sind alle Frauen in Paris so wunderschön wie ihr? Ihr seht aus wie eine Prinzessin.“
     
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D´Artagnan sieht den Mann der sein Pferd beleidigt hat und folgt ihm, dabei rempelt er versehentlich Athos an. „Sperr deine Augen auf!“ Als Entschuldigung erklärt er ihm den Grund seiner Eile: „Aber ihr habt Recht, das ist noch lange kein Grund einen alten Mann über den Haufen zu rennen.“ Das reicht nun endgültig, Athos fühlt sich in seiner Ehre angegriffen. Das muss ausgefochten werden, doch nicht hier, sondern um 12 Uhr hinter dem Karmeliterkloster. Den Weg dorthin lässt er sich von einem Bürger erklären.
 
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Porthos wie man ihn kennt, seiner Kehle durstet es nach einem Bier und den schönen Frauen an seiner Seite schmeichelt er mit seinen abenteuerlichen Ge-schichten. Da stürmt D´Artagnan vorbei und rempelt ihn an, wofür er sich augenblicklich entschuldigt. Doch als Porthos ihm das rote Tuch der Zarin von Amerika zeigt, wagt er zu widersprechen. Das erzürnt Porthos: „Ungehöriger Flegel, du beleidigst einen Herrn von Stand, ich verlange Genugtuung. Um 12 Uhr hinter dem …“ „Wäre 1 Uhr auch in Ordnung?“ Porthos wundert sich, lässt sich aber auf den Vorschlag ein.
  
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Unbemerkt davon geht es auf dem Marktplatz zur Sache, zwei keifende Händlerinnen geraten aneinander. Lautstark versuchen sie ihren jeweiligen Standpunkt zu verteidigen und schrecken auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück. Das ruft die Wachen auf den Plan, die beide kurzerhand abführen. Pech hat auch die Kräuterfrau, die als Hexe verkannt und vom Henker ins Verlies abgeführt wird. So ist das Leben in Paris, mal Märchen-schloss und mal Verließ.
   
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Fleur umgarnt Aramis und lässt beim Vorbeilaufen ihr Spitzentuch fallen. D´Artagnon sieht es und macht Madame darauf aufmerksam, zum Unmut von Aramis: „Ihr seid ein Trottel! Das war für mich bestimmt.“ Der junge Gasconer versteht nicht, was ein Kerl mit einem Spitzentüchlein will und beleidigt damit den Herrn von Stand. „Um 2 Uhr hinter dem Kameliterkloster, stimmt´s?“ Bietet er von sich aus an und stellt fest: „Kaum in Paris angekommen und schon drei Duelle, nicht schlecht für den Anfang.“
   
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Im Schloss sind die Dienstmädchen eifrig bei der Arbeit und befreien die Gemächer der Königin vom Staub. Königin Anna lässt sich gerade ihre Haare richten als Zofe Constance den Raum betritt. „Bringst du gute Neuigkeiten?“ Als sie allein sind übergibt die Zofe einen Brief von Lord Buckingham. Und nicht nur das, sie hat ihn auch gleich mitgebracht und heimlich in den Palast geschmuggelt.
   
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Den aufmerksamen Augen der Dienstmädchen entgeht das Treffen nicht, aus sicherer Entfernung belauschen sie die Beiden. Anna und der Herzog sind sich von Herzen zugetan, aber auch der Gefahr ihrer Liebe bewusst. Es herrschen düstere Zeiten in Frankreich wie in England. Dennoch musste er zu ihr eilen, um in ihrer Nähe atmen zu dürfen.
    
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Anna ist bewegt und weiß, ihre Liebe ist verdammt und die Vernunft lässt sie eine Entscheidung treffen. Schweren Herzens schickt sie Buckingham zurück nach England und übergibt ihm als Zeichen ihrer Liebe ein Collier. Traurig hält sie seine Rose in den Händen: „Lebt wohl, ich werde euch nie vergessen. Ihr seid für immer in meinem Herzen.“
   
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Unsere drei Mädels haben es hingegen eilig: „Hopp, hopp, ich will das Duell nicht verpassen.“ Jeanne ist für eine ordentliche Schlägerei immer zu haben und Fleur ergänzt, auch für die Männer die sich prügeln. Kurz vor 12 Uhr wartet D´Artagnon am Karmeliterkloster ungeduldig auf Athos, denn er hat noch weitere Termine.
  
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Als dessen Sekundanten eintreffen, erkennt er 1 Uhr und 2 Uhr. Musketier Athos ist erstaunt: „Erst seit heute Morgen in Paris, du hast Mut, Junge!“ Auch Porthos und Aramis sind verblüfft: „Da hast du dich aber rangehalten!“ Als er ihnen den Grund seiner Reise berichtet, nämlich ein Musketier zu werden, erfährt er von der Auflösung des Korps.
  
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Porthos hat mal wieder Hunger und drängt endlich auf den Beginn des Duells, da tauchen im Hintergrund die Wachen des Kardinals auf. D´Artagnon erkennt den Mann der sein Pferd beleidigt hat und ist kaum zu halten. Rochefort bezichtigt sie des illegalen Duells und fordert sie auf ihre Waffen niederzulegen. Doch das ist gegen die Einstellung der Musketiere. „Ihr widersetzt euch?“, fragt Einauge worauf selbst Porthos seinen Hunger verdrängt: „Los wir stopfen dem Idioten das Maul und gehen dann etwas essen. Ein bisschen Übung hat noch keinem geschadet.“ Aramis gibt zu bedenken, dass es sieben gegen drei sind, doch D´Artagnon korrigiert ihn: „Vier und ihr seid die Musketiere des Königs."
   
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Mutig stürzen sich die Vier ins Gefecht und halten die Kardinalswache gekonnt in Schach. D´Artagnon steht den Musketieren in nichts hinterher und beweist sein Können im Umgang mit dem Degen. Als er während des Kampfes Constance entdeckt, die ihn fasziniert beobachtet, findet er sogar noch Zeit für einen kurzen Flirt. 
   
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Am Ende schlagen sie alle in die Flucht und haben Rochefort umzingelt. „Heute lassen wir dich nochmal laufen, aber nimm dich in Acht!“, warnt ihn Athos und Porthos lässt süffisant schöne Grüße an den Kardinal ausrichten.
   
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„Habt ihr mich vermisst?“, wendet sich D´Artagnon Constance zu, die ihn für ziemlich frech und vorlaut hält. Doch er ist überzeugt in seinem tiefsten Inneren ein Romantiker zu sein. „Ihr kommt wohl nicht aus Paris, wohl eher aus einem kleinen Dorf.“, stellt die reizende Dame fest und er fragt sie erstaunt woher sie das weiß: „Vielleicht kann man dort mit solchen Sprüchen bei Frauen landen, aber nicht hier, ihr seid in Paris, mein Lieber!“ Porthos tröstet ihn: „Tja, so sind die Frauen, furchtbar kompliziert und du suchst dir gleich die Zofe der Königin aus.“
   
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Henry und seine reizenden Begleiterinnen werfen einen Blick ins Schloss, wo sich der Kardinal von Rochefort gute Neuigkeiten erhofft und stattdessen sehen muss, dass sein bester Mann verprügelt wurde und das bei einem illegalen Duell mit den Musketiere. „Musketiere, wie ich sie hasse, dieses Pack!“, stellt der Kardinal verärgert fest. Erst als ihm Rochefort berichtet, dass Lady de Winter Einlass begehrt, legt sich der Ärger des Kardinals wieder ein wenig.
  
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Die Lady weiß geschickt ihre Reize zu nutzen und den Kardinal zu umgarnen. Sie bestätigt Richelieu seinen Verdacht, dass Briefe von Buckingham an Königin Anna existieren. „Der arme Trottel ist ja so verliebt in sie!“ Genüsslich nippt sie am Rotwein und spannt seine Eminenz auf die Folter, der ihr jedes Wort aus dem Munde ziehen muss. Die Dienstmädchen hätten treue Dienste geleistet und berichtet, dass Buckingham heimlich im Schloss war.
 
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Doch zum Leidwesen des Kardinals hat sie die Briefe nicht dabei, aber dafür einen teuflischen Plan: „Die Briefe wurden von einem besorgten Dienstmäd-chen an den König überbracht, er wird euch entrüstet aufsuchen und um euren Rat bitten.“
 
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Und noch etwas kann sie berichten: „Was er nicht weiß, dass die Königin die Liaison mit Buckingham beendet hat und ihm als Zeichen ihrer Liebe das Collier mit den 13 Diamanten übergab.“ Constance bekommt das Gespräch zufällig mit und erfährt so vom Plan des Kardinals dem König einen Ball vorzuschlagen, an dem Anna das Collier als Zeichen ihrer Liebe tragen soll. Damit ihm niemand in die Quere kommt, wird Lady de Winter nach England reisen, Buckingham trösten und das Collier im Auge behalten. Zu ihrer Sicherheit verlangt sie mit Nachdruck ein Pfand und lässt das versiegelte Dokument in ihrem Dekolleté verschwinden.
   
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Wie angekündigt erscheint seine Majestät mit besagten Briefen, um Rat suchend beim Kardinal. Über die Liebesbriefe ist er aufgebracht und denkt an Bestrafung, doch davon rät ihm seine Eminenz ab und weiß ihn geschickt für seine Idee mit dem Ball zu gewinnen. Trägt sie die Diamentenkette, dann könne er es als Beweis ihrer aufrichtigen Liebe zu ihm deuten. Der König stimmt zu: „Vielen Dank für euer offenes Ohr und euren weisen Ratschlag. Ich werde es sofort der Königin überbringen lassen und in 5 Tagen wird getanzt.“ Constance ist verzweifelt, jetzt ist guter Rat teuer.
  
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Schnell eilt die treue Zofe zur Königin, die gedankenverloren die Rose wie ein kostbares Gut betrachtet. Aufgeregt informiert sie Constance über die Dinge die im Schloss vorgehen. Als die Königin von der Intrige hört, wird sie bleich: „Um Gottes Willen, ich bin des Todes!“ Das will Constance mit all ihrer Kraft verhindert: „Ich kenne jemanden der uns sicherlich helfen wird, einen jungen, abenteuerlustigen, gutaussehen-den Mann.“ Anna bemerkt ihr Schwärmen und fragt, ob man ihm vertrauen könne? Davon ist die Zofe fest überzeugt und will ihn bitten nach England zu reiten, um Lord Buckingham die Situation zu erklären und innerhalb von 5 Tagen das Collier zurückzubringen.
  
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Constance wurde von Saskia Seufert und Anne Peters mit viel Liebreiz gespielt. Es war aus terminlichen Gründen die einzige Doppelbesetzung und beide verstanden es gekonnt feine Akzente zu setzen und das Publikum zu begeistern. Eine Augenweide waren die zauberhaften Roben der Akteure, die alle von Uschi Ess gefertigt wurden.
 
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Die Musketiere sind in ihrer Unterkunft am Trinken, doch zu jedem Trinkspruch hegt Athos Einwände. Schließlich sinniert er über die Liebe und versucht D´Artagnon mit einer Geschichte die Frauen zu erklären: „Ehe du dich versiehst rammen sie dir einen Dolch mitten ins Herz.“ Aramis erklärt dem Jungen: „Aramis wirkt kalt und unfreundlich, aber lass dich nicht täuschen, tief in seinem Herzen …“ „Ist er es wirklich!“, vervollständigt Porthos den Satz und hebt seinen Becher, da klopft es an der Tür und eine aufgelöste Madame Bonacieux betritt die Stube.
  
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Inständig bittet sie um Hilfe, es geht um Leben und Tod. Aufgeregt berichtet sie von den Plänen des Kardinals und der einzig realistischen Chance um diese zu vereiteln. Klingt ganz schön gefährlich, stellt D´Artagnan fest als er hört, dass sich das gesuchte Schmuckstück in England befindet und er womöglich auf dem Rückweg von Spitzeln und Söldnern des Kardinals verfolgt wird. „Und warum sollte ich das tun?“ Die Antwort von Constance ist ein zärtlicher Kuss, der alles erklärt.
Ein zauberhaftes Paar, dem die Herzen des Publikums zuflogen und das mit reichlich Applaus für eine tolle Leistung belohnt wurde.
  
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„Dann auf nach England!“ Lautet seine Antwort und Athos stimmt zu: „Dann retten wir mal die Königin und Frankreich!“ Da klopft es an der Tür, die Wachen des Kardinals fordern Einlass. Constance übergibt D´Artagnon ein Schreiben für Buckingham, küsst ihn und verspricht mutig die Wachen abzulenken. Rochefort und seine Männer sind einen Hauch zu spät dran, die Musketiere sind bereits auf dem Weg und so lässt er kurzerhand die erste Hofdame der Königin festnehmen, die ihm trotzig prophezeit: „Das werdet ihr bereuen!“
 
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Willkommen in England! Henry verlässt seine Mädels, die Pflicht ruft - als treuer Diener richtet er Lord Buckingham seinen Tee, wie immer mit ein wenig Zucker und Sahne. 
 
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Da klopft es an der Tür, ein junger Engländer will den Lord in einer wichtigen Angelegenheit sprechen. „Wie es Mylady gesagt hat, ein Mann wird kommen und nach dem Collier verlangen.“ Doch der Lord ist vorbereitet, als er D´Artagnons Bitte vernimmt, zieht er den Dolch und hält ihn drohend an die Kehle. Er gibt sich als Überbringer eines Briefes von Anna zu erkennen, deren Leben in Gefahr ist, da beginnt ihm der Herzog zu vertrauen: „Ich würde nicht mehr glücklich werden, wenn ihr etwas zustoßen würde.“ Und verspricht das Collier zu holen.
  
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Ein schmerzverzerrter Schrei durchdringt den Raum und der Herzog taumelt mit einem Dolch in seiner Brust zurück: „Dieses falsche Biest!“ Ihm folgt eine zynisch lächelnde Lady de Winter, deren Hals das dringend benötigte Collier ziert. 
  
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Es gelingt ihr D´Artagnan zu überrumpeln, der sich ihrer Meinung nach auf die falsche Seite geschlagen hat und wissen will, was sie vorhat. „Nicht mehr lange und die Liaison der Königin wird enttarnt, Richelieu wird die Stelle des Königs einnehmen, der König vor Kummer sterben und ich werde endlich frei sein!“
  
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Doch noch ist es nicht soweit, denn plötzlich stehen die Musketiere hinter ihr. Sie erkennt Athos und stellt betörend fest: „Es ist kein Tag vergangen an dem ich nicht an dich, an uns gedacht habe. Ich liebe dich, jetzt sind wir für immer vereint.“ Buckinghams Kräfte schwinden, er bittet D´Artagnon um Beeilung: „Und sagt Anna, dass …“
 
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Dieses Mal ist Lady de Winter zu weit gegangen und Athos muss handeln: „Claire, du hast einen Unschuldigen getötet. Das letzte Mal kamst du ohne Strafe davon, doch jetzt ist es meine Aufgabe im Namen des Königs dich zu richten.“
   
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Flehend eilt sie ihm zu einem Kuss entgegen, nimmt ihm die Entscheidung ab und stürzt sich in seinen Dolch. „Lasst uns gehen, England ist nass und kalt und wir haben noch einen Auftrag zu erledigen.“, drängt Athos zum Aufbruch und: „Danke D´Artagnon, du hast mir gezeigt für was es sich zu glauben lohnt.“ In den Armen von Athos tritt Lady de Winter ihre letzte Reise an.
  
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Unterdessen betrauert Diener Alfred den Tod von Lord Buckingham. „Armer Henry, trockne deine Tränen, wir nähern uns dem Ende!“ Elodie, Fleur und Jeanne trösten ihn und leiten zum finalen Showdown über.
  
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In Frankreich droht Rochefort die Zofe an einen Platz zu bringen, den sie so schnell nicht vergessen wird. „Damit kommen sie niemals durch! D´Artagnan wird kommen!“ Und sie täuscht sich nicht. „Lass sie los!“, fordert er zur Verblüffung Rocheforts: „Du?“ „Wir!“, korrigieren ihn die Musketiere. „Ihr müsstet tot sein!“
  
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Rochefort ruft seine Wachen. Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig es ist sich aufeinander verlassen zu können. Die Musketiere behalten mit ihrem beherztem Einsatz die Oberhand und vertreiben die Wache. Am Ende bleibt nur Rochefort übrig, der sich hinter Constance verschanzt.
 
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„Sei einmal ehrlich und kämpfe Mann gegen Mann!“, fordert ihn D´Artagnan zum Duell auf. Zwischen den Beiden geht es nicht zimperlich zu. Ängstlich verfolgt Constance den dramatischen Kampf und hält es kaum aus. Auch die Musketiere sind aufmerksame Betrachter und feuern ihren jungen Freund an, an den sie fest glauben und der alles gibt. Rochefort hält verbissen dagegen, kämpft mit allen Mitteln und zieht am Ende ein Messer. Doch D´Artagnan lässt sich nicht überrumpeln, diesen Trick hat er schon mal bei seinem Vater gesehen.
  
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Geschickt kontert er, gewinnt die Oberhand und zwingt Rochefort zu Boden, der mit letzter Kraft hervorstößt: „Musketiere, wie sehr ich euch hasse!“ Erleichtert eilt Constance zu D´Artagnan und küsst ihn voller Leidenschaft. Besorgt fragt sie, ob die Mission erfolgreich war? Da fasst sich ein verschmitzt strahlender Porthos an den Hals: „Stehen mir doch gut, die Diamanten!“ Wahrlich, doch jetzt wird es höchste Zeit, damit sie es noch rechtzeitig zum Ball schaffen, wo man schon ungeduldig auf das Erscheinen der Königin wartet.

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Rochefort ereilte dasselbe Schicksal wie Lady de Winter und wurde im Sarg von der Bühne getragen. Ein aufmerksamer Zuschauer stellte anerkennend fest: „Nirgendwo wird so schön gestorben, wie auf der Burgbühne.“
  
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Kardinal Richelieu wähnt sich schon am Ziel, als Königin Anna leicht verspätet mit ihrer Zofe erscheint. Und sie trägt es, das Collier. Der König sieht es mit Erleichterung: „Ihr tragt es, das macht mich glücklich.“ Er dankt dem Kardinal, der ihm süffisant entgegnet: „Das ist doch nicht der Rede wert!“ Königin Anna hat ebenfalls ein paar Gäste eingeladen, die Musketiere. Darüber ist auch der König erfreut und beruft sie zurück in den Dienst.
 
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Aber erst ab morgen, denn heute wird ein rauschendes Fest gefeiert und das mit einem richtigen Feuerwerk. Und was machen die Musketiere? Sie trinken auf König und Frankreich und Athos bekennt: “Es gibt immer Dinge für die es sich zu kämpfen lohnt: Freundschaft, Zusammenhalt und füreinander Einzustehen.“
 
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Und so endet eine fantastische Aufführung mit dem wunderschönen, alten französischen Wiegenlied „Au clair de la lune“ in das alle Akteure auf der Bühne einstimmen, begleitet von Thomas Gorny (Gitarre) und Thomas Ochs (Querflöte). Die beiden Solistinnen der letzten Strophe, Saskia Seufert und Annika Wolf, lösten mit ihren klaren Stimmen am Ende ein wahres Gefühlsbad aus. Ein emotionaler Abschluss, der restlos begeisterte.
  
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Text: Beate Oemler
Bilder: Burkhard Zantopp