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War ein Gedichtband
die Vorlage für Hottenroths „Rose“?

 
Interessanter Fund unmittelbar
vor der Premiere der Neufassung

30. Mai 2013

 
Die Rose zieht erneut alle in ihren Bann, so wie einst Autor Bruno Hermann Hottenroth, der sich durch örtliche Sagen und Begebenheiten zum Schreiben von Schauspielen inspirieren ließ. Vor kurzem entdeckte Burkhard Zantopp, auf der Suche nach Unterlagen über den Dilsberg, in einer Internet Antiquariats-Bücherei „Die Rose von Dilsberg - Ein Sang vom Neckar“ von Geo Hunold. Dieser Gedichtband wurde 1905 veröffentlicht und ehrfurchtsvoll seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Friedrich von Baden gewidmet. Verse, in denen sich verblüffende Ähnlichkeiten zum Rose-Schauspiel von 1910 wiederfinden, so dass sich die interessante Frage stellt: War dieser Band die literarische Vorlage für Hottenroth?
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In der älteren Fassung geht es ebenfalls um eine große Liebe, welche durch die Machenschaften Dritter unerfüllt bleibt. Die geschichtliche Rahmenhandlung ist jedoch weiter gefasst. Man erfährt von der Union, dem Bund der Protestantenländer unter Kurfürst Friedrich, dem Ausbruch des Krieges, der in der alten Böhmerhauptstadt Prag seinen Anfang nahm und über die Eroberungsversuche von Tilly. Im Mittelpunkt steht aber die Veste Dilsberg, mit ihrem Kommandanten Schmid und dessen holden Töchterchens Irmgard. Dazu gesellt sich Wolf, ein Nachkomme der Reichensteiner, welcher auf der Burg Unterschlupf findet. Zart erblüht seine Liebe zu Irmgard, mit der er sich unter der Linde trifft und liebevoll als seine Rose bezeichnet. Doch Hauptmann Elm hat es ebenfalls auf die junge Frau abgesehen und interveniert beim Vater. Der schickt Wolf in den Krieg und verspricht ihm bei erfolgreicher Rückkehr seine Tochter. Auf dem Sterbebett bestimmt er den Hauptmann zu seinem Nachfolger und Vormund von Irmgard. Als Wolf zurückkehrt schickt er ihn arglistig in die nächste Schlacht und will ihm erst danach die Zustimmung zur Hochzeit erteilen. Nach mehreren erfolgreichen Gefechten verlässt ihn das Glück und er kehrt nicht mehr zurück. Daraufhin zieht sich Irmgard ins Kloster Neuburg zurück.
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Wenngleich die Personen einen anderen Rang und Namen haben, so gibt es einige Parallelitäten in Bezug auf Sprache und Geschehnisse. Auch Irmgard verlor früh ihre Mutter, ist von reizender Erscheinung und wird für ihre Hilfsbereitschaft geschätzt. Sie turtelt mit Junker Wolf im Zauber des Juniabends, der sich leis um ihre Herzen webt. Hier heißt es: „Bist zur rechten Zeit geboren, …“ und in der Rose: „Zur rechten Zeit seid ihr gekommen, …“. Während sich bei Hottenroth die Burg zur Hochzeit rüstet, ist es bei Hunold die Geburtstagsfeier von Kurfürst Friedrich. Als die Kunde vom Krieg eintrifft, wird ein Bote nach Steinach geschickt und als es dem Landschad unten nicht mehr geheuer war, suchte er Zuflucht in der Veste. Bei Hottenroth hingegen war er der Intrigant, der das Liebespaar ins Verderben führte und bei Hunold ist es der Hauptmann. Im Schauspiel stürzt sich Rose vom Zöller und folgt ihrem Liebsten in den Tod, im Gedichtband wählt Irmgard das Leben im Kloster.
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Ob Hottenroth wirklich diesen Gedichtband kannte, ist nicht bewiesen, fest steht jedoch, dass die Rose 2013 auf alle Fälle eine andere sein wird als bisher. Der Kern der Geschichte bleibt, doch die Sprache wird zeitgemäßer und die Rahmenhandlung lebhafter. Die Spannung steigt vor und hinter der Bühne. Bei der Premiere am 21. Juni 2013 wird sich zeigen, ob der Versuch etwas Neues zu bringen beim Publikum ankommt.

 
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Text: boe
Bilder: bz
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30.05.2013
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