ZaubererMusik01

Beschwingte & dramatische Töne setzen beim „Zauberer“ Akzente

Komposition von Elke Kulms setzt
Blitz, Donner, Regen & Winde in Szene


7. Juni 2011


Zu einem lebendigen Theater gehören musikalische Akzente, die dem Geschehen auf der Bühne fröhliche Leichtigkeit oder knisternde Spannung verleihen. Diesen Part übernahm für den „Zauberer von Oz“ Elke Kulms. Mit kleinen, zu den verschiedenen Anlässen passenden, Kompositionen gliedert und bereichert sie das Stück.
 
In ihrem Wohnzimmer spielte sie am Flügel mit Unterstützung von Miguel Rodrigues (Drum Set) und Emil Dreschert (Perkussion) zauberhafte Melodien ein.

 
ZaubererMusik03 ZaubererMusik02
Seit 1959 schreibt Elke Kulms, die in ihrer beruflichen Zeit als Musiklehrerin für Grund- und Hauptschulen auch den musiktherapeutischen Ansatz verfolgte, Musik für Kinder und Laienspiel-Aufführungen und hier in erster Linie für das Orffsche Instrumentarium und Schlaginstrumente aus aller Welt. Bei Prof. Fink studierte sie in Würzburg berufsbegleitend Percussion und arbeitete schon immer breit gefächert. Seit elf Jahren wohnt sie in der Bergfeste und engagiert sich bei Dilsberger Veranstaltungen. So schrieb sie für die „Rose“, das Traditionsstück der Burgbühne, den Elfentanz, vertonte zwei Gedichte von Frans Hermans und komponierte das Lied „Wir sind Kinder der Feste Dilsberg“, mit dem Kinder auf diversen Festen Gäste aus nah und fern begrüßen.
 
ZaubererMusik05 ZaubererMusik06 ZaubererMusik07 ZaubererMusik08
Nach kurzem Überlegen beantwortete sie die Anfrage von Markus Winter, Vorsitzender der Burgbühne, eine passende Musik zum „Zauberer“ zu schreiben positiv und übernahm den Auftrag. Regisseurin Petra Kirsch zeigte ihr im Textbuch die Stellen an denen Musik schön wäre. Doch dafür benötigt man Muse: „Manchmal geht ein Tag lang nichts und am nächsten Morgen wacht man auf und hat die Melodie im Kopf.“ Dann greift sie schnell zu Papier und schreibt ihre Gedanken nieder. Teilweise notiert sie Buchstaben und Längen, wie h1 oder h2, in ihr kleines Notizbuch und übertragt diese erst später auf Notenblätter.
 
ZaubererMusik09 ZaubererMusik10 ZaubererMusik11
Zum Einspielen fand sie zwei talentierte Jungs, beides Mitglieder der Gruppe „Kinder der Bergfeste“, die seit Ostern im Durchschnitt zwei Mal pro Woche drei Stunden mit ihr musizieren. Den vierzehnjährigen Miguel beschreibt Elke Kulms als Naturtalent am Drum-Set, der auch Keyboard und Glockenspiel übernimmt. Das Rhythmusgefühl hat er von seinem Adoptivvater gelernt. Privat hört er am liebsten Jazz.
 
ZaubererMusik12 ZaubererMusik13 ZaubererMusik14 ZaubererMusik15
Emil steht eher auf Pop und erhält seit knapp zwei Jahren Klavierunterricht. Intensiv und ausdrucksvoll spielt er sieben verschiedene Perkus- sionsinstrumente: Gong, Triangel, Schellenzug, Vibraslap, Guiro, Tempelblock und Rührtrommel.
 
ZaubererMusik16 ZaubererMusik17 ZaubererMusik18
Kontrastreich unterscheiden sich diverse Winde, während der Südwind mit einer leichtfüßigen Melodie ertönt, präsentiert sich der Nordwind kristallhart und düster, dazu prasselt der Regen indem Emil Nüsse in der Handtrommel kreisen lässt. Grausliche Musik begleitet den Auftritt der bösen Hexe. Während der Aufführung betonen 41 Musikeinsätze den individuellen Charakter der jeweiligen Szene. „Ein Glück, dass ich die Instrumente habe“, freute sich Elke Kulms und auch darüber, dass Hannes Mann ein fachmännisches Gestell für den Gong baute, Gerd Becker mit einem Mikrofonständer aushalf, an dem sich das Crash-Becken befindet und eine Freundin das Drum Set auslieh.
 
ZaubererMusik19 ZaubererMusik20
Da auf der Bühne kein Platz für einen Flügel ist, werden die Einspielungen auf MP3-Player aufgezeichnet, die inzwischen fast alle im „Kasten“ sind. Diese bearbeitet als nächstes Benjamin Zeidler, der bei der Burgbühne für Lichtkonzept und Pyrotechnik zuständig ist. Er zerlegt die Aufnahmen und filtert für eine optimale Tonqualität die Störgeräusche heraus. Das kleine „Orchester“ ergänzte sich perfekt und ließ in einer kleinen Kostprobe Blitz und Donner erklingen und charakterisierte mit gegeneinander geschriebenen Taktarten die Ruhe im Land Kansas. „Es war schon Nerven aufreibend alle Rhythmen aufzuschreiben.“, vor allem in so kurzer Zeit wie Elke Kulms bekannte und auch ihre beiden Musiker gaben zu, dass es manchmal anstrengend war.
 
Das Engagement hat sich jedoch gelohnt, denn herausgekommen ist eine zauberhafte Produktion.
 
Text: boe
Bilder: bz
09.06.2011