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Ein Blick hinter den „Zerbrochenen Krug“
Umfangreiche Vorbereitungen für Technikteam und Kostümbildnerin
10. Juni 2010
 
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Bevor die Schauspieler der Burgbühne Dilsberg die Bühne betreten, um das Publikum mit ihrem Spiel zu begeistern, gibt es hinter den Kulissen viel zu tun. Das trifft insbesondere in diesem Jahr zu, da die Freilichtbühne im Dilsberger Pfarrgarten nach aufwändiger Umgestaltung durch den Rhein-Neckar-Kreis in neuem Glanz erstrahlt. Die Mauern rings um das Gelände wurden restauriert, ein großer Platz angelegt und Wege erneuert. Den Bau des neuen Kassenhauses mit Funktionsräumen durch die Stadt Neckargemünd unterstützte das Technikteam der Burgbühne tatkräftig mit ihrer Eigenleistung.
 
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Technikleiter Peter Meinhardt und sein kompetentes Team, zu dem Klaus Lehr, Rudolf Ohlhauser sowie Ernst Damaschek gehören, leisteten ganze Arbeit und Andreas Weber stand ihnen hilfsbereit zur Verfügung.
 
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In vielen ehrenamtlichen Stunden strichen die Männer das gesamte Holzwerk, verkleideten die Innenräume mit OSB-Platten und brachten im Sanitärbereich Rigipsplatten an. Die Bühne ziert nun ein Rollrasen, der Peter Meinhardt zum Schwärmen brachte, „Es war ein Genuss diesen Rasen zu mähen, der Rasenmäher geht so glatt drüber.“
 
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Die diversen Bauabschnitte nutzte das Team gleich für technische Verbesserungen, legte neue Stromanschlüsse und platzierte die Lichtsteuerung im Kassenhaus. Da der Boden ohnehin aufgegraben war, verlegten die Männer genügend Leerrohre, so dass die Technik nun relativ autark ist und die zeitintensive oberirdische Kabelverlegung entfällt. Die Kommandozentrale bleibt wie bisher oben, hinter den letzten Zuschauerreihen in der Holzhütte. An der Rathausecke sitzt nun ein Verteiler, der bis zum Souffleurkasten reicht und von hier über einen weiteren Verteiler zur Hütte.
 
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Architekt Günter Bähr aus Leimen überlässt nichts dem Zufall und so traf er sich mit dem Technikleiter und Klaus Lehr gegen 22:30 Uhr zur Lichtprobe. Die Ausleuchtung rund um das neue Kassenhäuschen stellte ihn jedoch noch nicht hundertprozentig zufrieden, „Da muss eine neue Bemusterung her, mir ist der Lichtkegel zu klein.“
 
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So bleibt bis zur Premiere am 25. Juni noch das eine oder andere zu tun, doch die engagierte Technikcrew bekommt das routiniert und rechtzeitig in den Griff, damit die Besucher die Komödie „Der zerbrochene Krug“ in einem ringsum tollen Ambiente auf der Freilichtbühne genießen können.
   
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Doch was wäre eine Aufführung ohne passende Kostüme? Hier hat die Burgbühne in Uschi Ess eine optimale „Besetzung“ gefunden. Sie arbeitet eng mit Regisseur Alfons Duczek zusammen, liest sein Skript durch und entwirft der Zeit entsprechende Kostüme. Diese fallen je nach Charakter der jeweiligen Rolle individuell mal züchtig oder keck, schlicht oder pompös aus. Der Entwurf der Modelle ist zeitintensiv und zugleich das, was für sie den Reiz der Arbeit ausmacht. Sobald ihre Entwürfe mit den Vorstellungen des Regisseurs übereinstimmen, beginnt in ihrem Atelier „Die-Ess-Klasse“ in Lobbach die Produktion.
 
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„Der zerbrochene Krug“ spielt um 1805 in einem holländischen Dorf, dazu passend wählte sie Stoffe und Design. Für die Mägde näht sie Leinenröcke mit Überschürzen sowie Mieder und die Bauern erhalten eine Tracht aus grobem Leinenstoff. Dagegen umhüllen die Matronen fließende Wollstoffe im Jacquardgewebe, für Beide fertigt sie noble in lila und schwarz gehaltene Ensembles. Beim Gerichtsrat und Dorfrichter konnte sie auf den Fundus zurückgreifen und durch kleine Abänderungen stilgerecht gestalten.
 
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Mit gekonnten Handgriffen peppt sie die Modelle effektvoll auf, spielt mit uni und gemusterten Stoffen, rafft die Oberröcke keck hoch, zupft Rüschen der Blusen in die gewünschte Form. Die Modeschneiderin hat ein Gespür für Details, übt ihren Beruf mit Leidenschaft aus und fertigt im „normalen“ Leben auch Modelle nach Maß für Leute die nicht auf der Bühne stehen. Ihre Zusammenarbeit mit der Burgbühne ist ein Gewinn, von dem die Zuschauer visuell profitieren.
 
Text: boe
Bilder: bz