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Noch ein Mal öffnet sich der Vorhang
für die „Rose“


Geschichten, Informationen und Kuriositäten am Rande
5. Juli 2008

 

Das Ritterepos „Die Rose von Dilsberg“ hat seit der Uraufführung 1910 nichts von seiner Anziehungskraft verloren und begeistert nach wie vor die Besucher. Auch im Jubiläumsjahr der Burg verzeichnet die Burgbühne eine große Nachfrage und spielt vor vollen Rängen. Das Volk auf der Bühne feiert, bangt und leidet mit ihrer „Rose“ um den Geliebten und die Zuschauer verfolgen fasziniert das Geschehen der Johannisnacht.

 
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Die idyllische „Roseschänke“ der Burgbühne öffnet bereits um 19 Uhr und lädt zur gemütlichen Einkehr unter prachtvollen Kastanienbäumen ein. Die Bewirtung vor und nach den Aufführungen sowie der Verzicht auf eine Pause haben sich bewährt und wird von den Besuchern gerne angenommen. Ursula Röder-Huber ist es mit ihrem engagierten Helferteam gelungen für ein willkommenes Angebot zu sorgen. Bei jeder Aufführung wird die „Rose“ vernascht und das gleich mehrfach, denn der frittierte Waffelteig in Rosenform ist einfach unwiderstehlich.
 
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Mit einer faszinierenden Mischung aus Klamauk und Genialität verkürzten die Gaukler und Jongleure der „Kleinen Bühne“ Neckargemünd, die Wartezeit bis zur Aufführung. Sie verstehen ihr Handwerk und begeisterten mit akrobatischen Kunststückchen mit Diabolos, Klobürsten und Rohrreiniger oder betätigten sich als atemberaubende Feuerwerfer und -schlucker. Das Publikum zogen sie in ihre unterhaltsamen Spielchen mit ein und erhielten für ihre Einlage kräftigen Applaus.
 
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Die Tanzgruppe Anni Richter stimmt das Publikum beschwingt mit mittelalterlichen Tänzen auf das Theaterstück ein. Die historischen Kostüme der Tänzerinnen sowie der überwiegende Teil der Schauspielergarderoben verdankt die Burgbühne ihrer Anni Richter. Diesen Fundus weiß man sehr zu schätzen und sprach ihr ein herzliches Dankeschön aus.
 
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Die Vorstandschaft der Burgbühne ist inzwischen ein eingespieltes Team, wo jeder seinen Mann/Frau steht. Mal begrüßt der erste mal die zweite Vorsitzende das Publikum und sind beide präsent, werfen sie sich gegenseitig die „Bälle“ zu und übernehmen diesen Part in charmanter und kurzweiliger Weise gemeinsam. Groß war die Freude über den Besuch der Vizepräsidentin des Landesamateurtheaters, Uschi Barth, die aus Sinsheim angereist kam und die Aufführung mit besonderem Interesse verfolgte.
 
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Extra zur „Rose“ reisten Lieve und Jack Totté-Demeulder aus Belgien auf den Dilsberg und waren von der Aufführung am Freitag so begeistert, dass sie gleich Karten für die Samstag Vorstellung orderten. Achteten sie beim ersten Mal vermehrt auf die Hauptdarsteller, so galt beim zweiten Besuch ihr Augenmerk vermehrt den Nebenrollen und -effekten. Das abschließende Urteil lautete eindeutig: „Es war wunderschön!“
 
Auch „Wolf von Hirschhorn“ aus dem Jahre 1963, Klaus Kraft aus Leimen, nahm seine Nachfolger ins Visier und brachte dazu seine „Rose“ (Traude Kraft) von damals mit. Im wahren Leben blieb den Beiden ein Happy End vorbehalten und es zieht sie immer wieder zu den „Rose“-Aufführungen auf den Berg. Für die Bewohner des Seniorenheims St. Hedwig Heidelberg, war der Besuch des Ritterepos ebenfalls eine Reise wert. Insgesamt 30 Personen - die Älteste war stolze 96 Jahre alt - verfolgten die Aufführung am 4. Juli.
 
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Das Technikteam erhielt durch Raoul Weber eine wertvolle Verstärkung. Der junge Mann hat Talent, zeigt großes Interesse für die Tonanlage und konnte für den verhinderten Routinier Harald Breitenbach bereits einspringen und die Vertretung übernehmen.
Was wäre ein Ritterepos ohne Knappen, Kettenhemden und Schwerter? Jürgen und Axel Seufert wissen was es heißt, in dieser über 20 Kilogramm schweren Montur zu spielen. „Knappe“ Jürgen hat sein Kettenhemd als privaten Beitrag zur 800 Jahrfeier der Burg, innerhalb von 9 Monaten selbst gefertigt und jetzt kommt es auch bei der „Rose“-Aufführung Abend für Abend zur Geltung.
 
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Während drinnen auf dem Bühnenareal bereits das Stück lief, trafen vor den Toren nach und nach Volk, Ritter sowie Knappen ein und warteten in der „Roseschänke“ auf ihren Einsatz. Man identifizierte sich mit seiner Rolle und bereitete sich mental auf seinen Auftritt vor. Als „Ulrich von Steinach“ an den Tisch seiner Knappen trat, forderte er schmunzelt: „Erhebt euch, wenn ein Steinacher kommt!“
 
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Eine wichtige Rolle bei der „Rose“ übernimmt „Karlchen“ vom Pferdehof Christiane Ziegler in Wiesenbach. Diszipliniert und ohne Publikumsscheu, trägt er jede Aufführung den Hirschhorner zum Werben auf die Bühne und lässt den Steinacher zum unversöhnlichen Abgang aufsteigen. Seine Gutmütigkeit lässt er sich durch ein Stück „Rose“ entlohnen, denn dieser süßen Versuchung will selbst „Karlchen“ nicht entsagen.
 
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Die „Rose“ ist laut Markus Winter ein Generationentheater und recht hat er. Mit Lea Baust war die Jüngste auf der Bühne gerade mal drei Jahre alt und holte sich ihren Applaus an der Hand ihrer Mutter ab. Der älteste Schauspieler war eindeutig Karl Schmitt aus Neckargemünd, der im September 2008 86 Jahre alt wird und als Türmer mit seinem emotional ergreifenden Schlussmonolog zu Tränen rührte. „Lenker der Dinge - das ist er!“ lobte der erste Vorsitzende und die Zuschauer bekräftigten diese Aussage mit ihrem Applaus.
 
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Die Darsteller spielten am Samstag vor vollem Haus wie entfesselt, das Publikum dankte es, ging mit und motivierte mit seinem Beifall die Laienschauspieler. Am 11. und 12. Juli öffnet sich um 21 Uhr zum letzten Mal der Vorhang und es besteht die letzte Chance, in den Zauber der Johannisnacht einzutauchen.
 
Vorst050708 32 Buch Wer die Geschichte der „Rose“ in aller Ruhe nachlesen will, dem sei das interessante Büchlein von Frans Hermans „Die Rose von Dilsberg“ empfohlen, welches vor den Aufführungen am Torturm beim Autor oder in der „Dilsberger Keramik“ erhältlich ist.
 
 
 
 
 
 
 
Text: boe
Bilder: bz