Werbung RobinHodd1996
   
Plakat1996 RobinHood

Robin Hood auf dem Dilsberg
   
Kooperation Kleine Bühne Neckargemünd
& Burgbühne Dilsberg
   
6. /  7. / 13. / 14. / 27. und 28. Juli 1996

 

Die Burgbühne Dilsberg und die Kleine Bühne Neckargemünd werden in diesem Sommer vor der herrlichen Kulisse der Dilsberger Burg eine eigene Robin Hood Geschichte spielen.

Geschrieben wurde die Geschichte von Dieter Kienzler und Doris Wagner, zwei Mitgliedern der Kleinen Bühne und wird in Szene gesetzt von Rudi Reimitz.

Robin ist hier ein etwas verträumter Junge, der in seine Rolle als Anführer eines Aufstandes gegen den Sheriff von Nottingham hineinstolpert. Um diesen Handlungsfaden herum wurden die „historischen” Robin Hood Figuren angeordnet. Lady Marian als Ausgangs- und Endpunkt der ganzen Geschichte, der Sheriff von Nottingham als fieser Gegenspieler Robins, Little John, der Räuberhauptmann oder Bruder Tuck als bibelschwingender Weggefährte.

Außerdem gibt es einige neue Figuren z. B. einen sadistischen Hauptmann, in seinem Gefolge zwei etwas einfältige Wachen, mutige Räuberfrauen und viele Räuberkinder.

Um diese Personen entwickelt sich ein humorvolles und temperamentvolles Geschehen unterstützt durch Bänkelgesang und Gaukeleien.

Uraufführung ist am 6. Juli 1996, weitere Aufführungen werden am 7./13./14./27. und 28. Juli 1996 stattfinden, jeweils um 18 Uhr auf der Freilichtbühne Dilsberg. Vorverkauf bei Bezirkssparkasse Neckargemünd, Tankstelle Christ.
  
RNZ1996 01b
Probeneindrücke

Na endlich - auch bei uns ist es Sommer geworden! Also alle Mitspieler raus auf den Dilsberg mit seiner herrlichen Burgruine! Und alle Mitspieler des „Robin Hood" der am 6. Juli als, immerhin, Welturaufführung, Premiere haben wird. Alle, das sind schon eine Menge Leute. Zuerst einmal toben da etwa 20 Räuber- und Dorfkinder über die Bühne, spielen Fangen („Halt! Nicht über den Bühnenrand fallen..."), tragen Gefechte mit Holzschwertern aus - („Halt! Ihr sollt euch nicht wirklich kloppen, ihr sollt spielen.“), sie jonglieren und stibitzen ihrer Räubermutter das Essen aus dem Topf. Sie ärgern die Wachen des Parfümtüchlein wedelnden Sheriffs von Nottingham (H-J Kopp), denen es an Dummheit, Sadismus und blinder Autoritätsgläubigkeit natürlich nicht fehlt (K. Meyer, J. Hornung, M. Layer) und werden prompt verjagt. („...Viel böser muß das kommen, vor so was läuft doch kein Kind davon!”)

Robin Hood erscheint und ist eben hier nicht der geborene Held. Bernd Naumann soll hier den Traummann schlechthin spielen, naiv, verträumt, verliebt, dabei stark, gerecht und entschlossen, und siehe da, - so was geht.  

Während vor den Augen der Zuschauer aus dem Dorfmarkt das Räuberlager entsteht ergänzen Bänkellieder und Gaukeleien das bunte Bild. Und wenn zum Schluß des Stückes alle gemeinsam, listige Räuberfrauen (B. Hornung, P. Lehr, B. Mayer), trotzige Räuber (G. Kästner, W. Zach, H. Streib), ein lebenskluger und lustiger Mönch (R. Reimitz) den erscheinenden König Richard (G. Schilling) von der Notwendigkeit eines Happy-Ends überzeugen können und wenn Lady Marian (A. Pietzonna) in Robin Hoods Arme fliegt, fragt man sich nur eines: Warum gibt es dieses Stück erst jetzt?

Probenbeobachtungen am 1. und 2. Juni 1996 von Helga Schubert-Kopp
 
Eintrittskarte RobinHood1996b
 Eintrittskarte

Die Entstehungsgeschichte

Zu sagen, es wäre ein langer Weg gewesen, bis wir unseren Robin Hood auf der Burgbühne Dilsberg spielen konnten, wäre übertrieben. Wenigstens aus der Sicht des Stückes selbst. Die Idee zu dem „Robin Hood”, der am 6. Juli 1996 auf der Burgbühne Dilsberg, direkt vor der herrlichen Kulisse der Feste Dilsberg seine  Welturaufführung hat, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal ein Jahr alt, der Text selbst noch keine fünf Monate.


Auf einer Feier wurde ich von Rudi, dem Regisseur der Kleinen Bühne, angesprochen: Schreib doch mal einen Robin Hood für die Bühne auf  dem Dilsberg. Vielleicht lag es an der Erinnerung an das „Spectaculum" der Dilsberger Kantorei, bei dem wir als Gaukler dabei waren und bei dem ich die Burgbühne als phantastische Kulisse kennengelernt hatte, daß ich spontan zugesagt habe. Vielleicht trugen auch die Stimmung und der Wein und das Lagerfeuer zu diesem spontanen Entschluß bei. Noch im Verlauf des Abends legten Doris und ich uns auf den Handlungsstrang fest: Unser Robin ist kein Kevin Kostner - ist nicht von Geburt an der Führer und Held. Solche Typen sind doch von vorneherein unglaubwürdig - als Held wird man nicht geboren.

Unser Robin sollte ein ganz normaler, etwas verträumter Junge sein, der in seine Rolle als Anführer eines Aufstandes gegen den Sheriff von Nottingham quasi reinstolpert. Um diesen Handlungsfaden herum wurden dann die „historischen” Robin Hood-Figuren angeordnet: Lady Marian als Ausgangs- und Endpunkt der ganzen Geschichte, der Sheriff von Nottingham als fieser Gegenspieler Robins, Little John als von Robin besiegter Räuberhauptmann, Bruder Tuck als bibelschwingender Weggefährte - und natürlich der aus dem Orient zurückkehrende König Richard.

Aber nicht nur die Charaktere, die man schon aus den verschiedenen Sagen kennt, auch eigene Figuren wurden entwickelt: Da war einmal die Mannschaft des Sheriffs. Ein sadistischer Hauptmann, in seinem Gefolge zwei Wachen. Eine etwas einfältigere, der man auch das eine oder andere mehrmals erklären muß und eine absolut obrigkeitsgläubige Wache - für die das Wort des Sheriffs Gesetz und allein dadurch richtig ist, daß der Sheriff das sagt . . .

Und natürlich die Räuber: der gewitzte kleine „Big” Tuffin und der andere, dem das Essen und der Wein und das Ausschlafen viel wichtiger ist, als das Rauben. Ergänzt durch die Räuberfrauen, die ihre Männer eigentlich ganz gut im Griff zu haben scheinen . . .

Und nach und nach entwickelte sich aus der Schnapsidee ein ganz witziges Stück, das dann sogar noch vor der ersten Probe fertig war und kopiert werden konnte …

... und in dem Robin gerade das Bogenturnier gewonnen hat und auf dem Weg zu Lady Marian ist, um ihr seine Liebe zu gestehen, als er Zeuge eines Gespräches zwischen Marian und dem Sheriff wird. Im Glauben, daß Marian den Sheriff heiraten will, verläßt Robin die Stadt und fällt den Räubern in die Hände. Als er vom Räuberhauptmann wegen seinem Liebeskummer gehänselt wird, bricht seine ganze Wut aus ihm heraus und er rennt diesen über den Haufen. Inzwischen sind dann die Wachen des Sheriffs zur Stelle, um ihn festzunehmen. Nach der Vertreibung der Wache wird er von den Räubern genötigt, bei ihnen zu bleiben und lernt so den Sheriff von seiner anderen Seite kennen. Er organisiert einen Überfall und bekommt schließlich auch mit, daß Lady Marian nicht ganz freiwillig in der Burg zu Nottingham weilt und der Sheriff in eine Verschwörung gegen König Richard verwickelt ist. In dem Moment, als er und die Räuber und das Volk die Burg im Hintergrund der Bühne stürmen, betritt König Richard die Szene und ist entsetzt über die Zustände in seinem Königreich - natürlich will er zuerst den von ihm eingesetzten Autoritäten zu Hilfe eilen - erkennt dann aber die Verschwörung des Sheriffs und führt das Stück zu seinem Happy-End.

Da auf einer Freilichtbühne kein Vorhang fallen kann, werden die einzelnen Szenen des Stückes von Spielleuten musikalisch voneinander getrennt - mit zum Stück passenden Melodien und Texten ...

Die Aufführungen des Robin Hood auf der Burgbühne Dilsberg sind eine Zusammenarbeit zwischen der Burgbühne Dilsberg e.V. und der Kleinen Bühne Neckargemünd. Unter der Regie von Rudi Reimitz erfüllen die Schauspieler der beiden Amateurbühnen den Robin Hood mit Leben - unterstützt von vielen Kindern und viel „Volk”. Es ist schon phantastisch, mitzuerleben, wie aus einer Idee ein Stück Leben wird …

Dieter Kienzler
Neckarbote 20. Juni 1996

 
BAZ 3Juli1996b
BAZ 03.07.1996
Robin Hood1996 04
Mitwirkende RobinHood1996
  
 Impressionen vom Stück
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Robin Hood1996 03 Robin Hood1996 05
 
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