Geschichte "Die Rose von Dilsberg"
 
Inhalt der Sage „Die Sage der Rose von Dilsberg“
… Die "Rose von Dilsberg" war das Töchterlein des Grafen von Dilsberg und wurde von ihrem Bräutigam im Kindesalter verlassen. Diesen Kern der Sage formte Bruno Hermann Hottenroth in dichterischer Freiheit zu einem Stück für die Burg Dilsberg um. Darin wird sie in ihrer Verfallenheit geschildert, aus der sie alljährlich zur Johannisnacht erlöst wird. Ein Reigen von Elfen erscheint und symbolisiert das längst versunkene Geschehen vergangener Zeiten. Das Stück beginnt mit einem bunten Treiben vor der Burg. Der Graf von Lauffen bereitet die Hochzeit für seine Tochter Rosamunde (Rose) vor. Im zarten Alter von zehn Jahren war sie mit Ulrich von Steinach (Neckarsteinach) verlobt worden. Es war eine von beiden Vätern betriebene Zweckheirat, um damit die beiderseitige Dauerfehde zwischen Dilsberg und Neckarsteinach zu beenden. Ulrich von Steinach war aber seit einem Kreuzzug verschollen, so dass die beabsichtigte Hochzeit nicht zustande kam. Rosamunde wuchs zur jungen Frau heran und verliebte sich in Wolf von Hirschhorn.

Als beide sich zur Hochzeit bereiten, wird dem Grafen von Dilsberg gemeldet, dass ein Tross Steinacher Ritter Einlass in die Dilsberger Burg begehre. Der Schlosshauptmann warnt den Dilsberger Grafen vor dem listigen und gewalttätigen Landschad Pleikart von Steinach, dem Vater Ulrichs. Doch in der Feststimmung hört der Dilsberger Graf nicht auf diese Warnungen, sondern bietet im Gegenteil dem Steinacher Nachbarn das Gastrecht an. Pleikart, der listige Fuchs, dem es das höchste Vergnügen ist, die "Lachenden weinend, die Weinenden lachend" zu machen, nutzt diese Chance und lockt dem Dilsberger Grafen das Versprechen ab, seine Rose dem Steinacher Ulrich zu geben, wenn der denn aus dem Totenreich zurückkäme.

Rose 1911 01
Foto: Aufführung 1911
Was der Dilsberger Graf als Scherz auffasst, entpuppt sich als der sprichwörtlich blutige Ernst. Beim Gang des Hochzeitszuges zur Kirche reißt der bis dahin unerkannte Ulrich von Steinach sein Visier herunter, gibt sich als Heimkehrer zu erkennen und fordert von Wolf von Hirschhorn seine Braut Rose zurück. Der Graf von Dilsberg, verfangen in das gegebene Wort, muss seine Tochter Rose dem Bräutigam Wolf absprechen. Doch dieser fordert Ulrich zum Duell. Ulrich muss erkennen, dass er von seinem Vater Pleikart als Werkzeug dazu missbraucht wurde, Unfrieden zwischen Dilsberg und Steinach zu stiften.
 

Das luziferische Gelächter des Schicksals, das Burggemäuer und das ganze Ambiente der Natur im Burggarten, das Burgvolk, die Ritter und Knappen – all das zusammen bildet das eindrucksvolle Bild der Tragödie der "Rose von Dilsberg" …


Stefan Wiltschko 1992
 
BB Premiere 2013
Die Rose von Dilsberg - Aufführung 2013